LowePro Fotorucksäcke


Teleobjektive, Gehäuse und Stative - Naturfotoausrüstungen sind sehr umfangreich und somit häufig nicht gerade leicht zu transportieren. Bevorzugt werden von den meisten Kollegen Fotorucksäcke der unterschiedlichsten Hersteller. Ich habe mich direkt am Anfang für die Tragesysteme von Lowe Pro entschieden, da sie die für mich umfangreichste Auswahl an Modelle und Zubehör bietet. Der Bergsüchtige Greg Lowe gründete die Firma 1967 in einer kleinen Garage in Colorado, dort entwickelte er vorerst Rucksäcke für den alpinen Gebrauch. Wenige Jahre später folgten die Taschen und Rucksäcke für den Fotobereich, immer neue Ideen und Innovationen führten dazu, dass die Firma mit dem markanten Berggipfel im Firmenlogo Weltmarktführer im Fototaschenbereich wurde. 

In der Produktpalette von Lowe Pro sollte eigentlich jeder fündig werden, egal wie groß die Ausrüstung ist. Ich möchte an dieser Stelle Produkte vorstellen, denen ich mein Vertrauen in der Naturfotografie ausspreche:

Lowe Pro Pro Trekker 600 AW

Lowe Pro Lens Trekker 600 AW

Ich möchte hier noch darauf hinweisen das dieser Bericht meine subjektive Meinung darstellt, dem aufmerksamen Leser wird aber neben Lob auch Kritik auffallen.

Pro Trekker 600 AW

Erster Eindruck

Dieses Model wurde speziell für den harten Outdooreinsatz mit umfangreicher Ausrüstung konzipiert. Schon von außen macht der größte der Pro Trekker Serie mächtig Eindruck, so mancher Nutzer kann den Rucksack sicher als Versteck in der Naturfotografie nutzen - aber Spaß bei Seite! Farblich kommt der Pro Trekker in einem Mix aus Schwarz-, Grau- und einem Braunton recht dezent daher und wird seinen Einsatzzweck daher gerecht. Wie die meisten Fotorucksäcke ist auch der Pro Trekker ein sogenannter Kofferrucksack, man gelangt also an den Inhalt nicht wie bei gewöhnlichen Rucksäcken von oben, sondern durch eine mit Reißverschlüssen versehene Klappe an der Vorderseite. Gleich hier fällt bei diesem Modell eine Besonderheit auf, die man sonst bei Fotorucksäcken nicht findet: die Abdeckung im Kopfbereich des Rucksacks. Diese bietet mit 2 Fächern zusätzlichen Stauraum für allerhand Zubehör und schützt zusätzlich ein wenig vor Feuchtigkeit von oben. Die Abdeckung lässt gleich erahnen das der Hersteller unter dem Namen Lowe Alpin auch Touren - und Trekkingrucksäcke konzipiert. Wer diesen Deckel nicht benötigt oder unpraktisch findet, kann ihn leicht und schnell entfernen. Das abgetrennte Teil kann nun übrigens noch als Hüfttasche fungieren, ein Gurt ist unter einem Klettverschluss versteckt - ein zusätzliches Gimmick!

Stativbefestigung

Wichtig nicht nur für Naturfotografen ist die Möglichkeit der Stativbefestigung, auch hier bietet der große Lowe Pro Rucksack mehrere Möglichkeiten. Die Befestigung wurde gegenüber älteren Modellen grundlegend überarbeitet, was aber nicht zwangsläufig besser sein muss. Auf der Mitte des Deckels und an beiden Seiten sind Tunnel aufgenäht durch die man ein oder mehrere Beine des Stativs durchführen kann. Die Kanten dieser Tunnel sind zusätzlich mit Gummi verstärkt um eine lange Lebensdauer zu erreichen. Zusätzlich kann man mit den angebrachten Riemen die Stative zusätzlich fixieren. Für den Transport von Dreibeinstativen ist der Rucksackdeckel am besten geeignet, da er die beste Balance fürs tragen bietet. Hier befindet sich im unteren Bereich, hinter einem kleinen Reißverschluss versteckt, eine Lasche die man ausziehen kann, um ein Stativbein einzustecken. Ein wenig unglücklich ist die Tatsache, dass die Lasche gute 20cm unter dem Rucksackboden hinausragt, so kann man den Rucksack leider nicht mehr senkrecht hinstellen. Bei früheren Modellen konnte man die Stativbeinlasche an unterschiedlichen Stellen fixieren, was mir persönlich besser gefallen hat Die Seitentunnel nutze ich lediglich für Einbeinstative bzw. für das Ministativ von  Berlebach. Eine weitere Möglichkeit befindet sich an der Unterseite, hier kann ein Stativ mit 2 Riemen horizontal befestigt werden. Zumindest bei schweren Stativköpfen ist es ratsam, diese beim Transport nicht am Stativ zu belassen, da sonst der Schwerpunkt doch recht weit nach oben rückt und der Eindruck entsteht jemand würde hinten am Rucksack ziehen.

Wetterschutz

Am Boden befindet sich ebenfalls hinter einem Reißverschluss versteckt der Wetterschutz, der bei allen Lowe Pro Produkten mit dem AW (All Weather™) im Namen vorhanden ist. Er lässt sich leicht heraus - und überziehen. Mit ihm ist der wertvolle Inhalt des Rucksacks vor Feuchtigkeit weitestgehend geschützt. Unterstützt wird dies auch durch die wasserdichten Reißverschlüsse des Pro Trekkers, die durchweg einen positiven Eindruck hinterlassen.

Sonstiger Stauraum

An beiden Seiten befinden sich großformatige Taschen, die problemlos Zubehör wie Akkus, Winkelsucher, Filter oder sonstigen Fotografenkram aufnehmen. In einer dieser Seitentaschen gibt es kleine Fächer für Speicherkarten die man mit einer pfiffigen Lösung sogar als beschrieben markieren kann. Insgesamt aber wohl für die meisten von uns ein überflüssiges Detail. Die Tasche auf der gegenüberliegenden Seite ist für ein Trinksystem gedacht, welches sich allerdings nicht im Lieferumfang befindet. Hier bieten Hersteller wie Camelbak aus dem Radsportbereich entsprechende Lösungen an. Aber immerhin befindet sich im inneren der Tasche ein Beutel in dem die Trinkblase Platz findet und vor auslaufender Feuchtigkeit schützen soll. Durch eine Öffnung im oberen Bereich wird der Schlauch nach außen in Richtung Schulter geführt.

Notebookfach & Tragesystem

Außen im Deckel des Hauptfaches befindet sich ein Einschub, in dem ein Notebook bis 17" Platz hat. Eine gepolsterte Hülle gehört zum Lieferumfang, fasst aber leider nur Notebooks bis 15". Für mein 17" Laptop habe ich mir von einem anderen Hersteller eine entsprechende Hülle gekauft. Lowe Pro hat sich immer Gedanken über den Tragekomfort gemacht, dafür ist es unabdingbar das ein jeder Rucksack optimal angepasst werden kann. Ein vollbepackter Rucksack eines Naturfotografen kann schnell mal die 20Kg Grenze erreichen, von daher sollte das Tragesystem schon einiges bieten. Pack Jack™ bietet diese Möglichkeiten den Pro Trekker optimal an seinem Benutzer anzupassen, so lässt sich die Höhe des Systems einstellen oder aber auch die Schulter- und Beckengurte abnehmen. Griffe an der Ober- und Längsseite können dann zum Tragen genutzt werden. Alle Gurte sowie das Rückenteil sind ausreichend gepolstert, so dass kein unangenehmes Gefühl aufkommt. Leider kann man das Tragesystem nicht abdecken wie z.B. bei der Vertex Serie von Lowe Pro, das ist besonders praktisch wenn man den Rucksack ablegt und dies sind bei Naturfotografen selten saubere Stellen. Die Riemen sind dann schnell mal mit Lehm beschmiert und beim Aufsetzen hat man dann die Kleidung eingesaut. Notfalls kann man sich aber hier mit dem Regenschutz behelfen, zumindest wenn es nicht regnet!

Hauptfach

Nun möchte ich aber zum wesentlichen kommen: dem Hauptfach. Hier unterscheidet sich der Pro Trekker™ außer von der Kapazität nicht von seinen Konkurrenten. Das für Fotorucksäcke typischen Fachwerk aus verschieden anklettbaren Einteilern kann an die individuellen Bedürfnisse des Fotografen leicht angepasst werden. Der Hersteller gibt den Innenraum mit 37 × 19 × 54 cm an, was Platz für bis zu 3 Gehäuse (auch mit Batteriegriff) und bis zu 7 Objektive bietet. In der Mitte passt z.B. eine 600mm Festbrennweite mit angesetztem Body hinein. Durch die Höhe von 19cm können Objektive wie ein EF 70-200 2.8 oder auch ein EF 100-400 4-5.6 senkrecht eingestellt werden, was mir bei anderen Rucksäcken nicht möglich war. Zum Sichern von den Großen Telebrennweiten sind zwei Gummis die mittels Klett befestigt werden vorhanden. Auf der Innenseite des Deckels für das Hauptfach befinden sich insgesamt 4 Reißverschlusstaschen die z.B. für Werkzeug oder sonstiges kleines Zubehör Verwendung finden. Zum Lieferumfang gehört dann noch eine kleine Tasche , die sehr schön von der Höhe her ins Fachwerk passt. Bei mir hat sie Verwendung für Filter gefunden. Sollte der Platz im Pro Trekker noch nicht ausreichen, gibt es wie bei allen Lowe Pro Produkten die Möglichkeit mit dem Slip Lock™ System weitere Taschen (Lens Cases™ o.ä.) an den Hüftgurt zu befestigen.

Fazit

Ich habe mich seinerzeit für den Pro Trekker entschieden, da ich gerne eine Lösung für das komplette Equipment haben wollte. Durch die Befestigungsmöglichkeiten für Stative hat man beide Hände frei und das ist gerade im schwierigen Gelände sehr angenehm und wichtig. Die Stative lassen sich sehr schnell durch die Tunnel befestigen und halten auch sehr zuverlässig. Lediglich die nach unten herausragenden Beine stören beim Abstellen, hier gibt es noch Verbesserungspotential. Das Tragesystem ist ausgereift und ich kann nicht sagen was man hier noch besser machen kann. Zu behaupten dass ein vollgepackter Pro Trekker angenehm zu tragen ist wäre sicher unglaubwürdig, aber ich glaube nicht dass es eine bessere Möglichkeit gibt. Alle verwendeten Materialien sowie die Verarbeitung machen einen sehr wertigen Eindruck und versprechen ein langes Leben. Der Innenraum bietet den gewünschten Platz auch für sehr umfangreiche Ausrüstungen, hier ist der Pro Trekker die entscheidenden Zentimeter breiter als seine Konkurrenten und ist durch das Material auch Flexibler, ohne dabei den Schutz der Ausrüstung zu vernachlässigen. Preislich sicher kein Sonderangebot, aber dafür kauft man sich einen solchen Rucksack sicher nur einmal im Leben.

 

Lens Trekker 600 AW II

Erster Eindruck

Der bereits in der 2. Version aufgelegte Lens Trekker 600 AW verfolgt einen gänzlich anderen Einsatzzweck als der zuvor vorgestellte Pro Trekker. Fotografen, die von vorne herein wissen das sie nur eine große Telebrennweite benötigen, sind die Zielgruppe für diesen praktischen Begleiter. Von außen fällt direkt die hohe & schmale Bauform des Telerucksacks auf, in seinem Inneren sollen extrem lichtstarke und lange Festbrennweiten Platz finden. Eine Zubehörtasche ist vorne aufgesetzt, an den Seiten befinden sich mehrere Schlaufen, Riemen und ein Köcher für den Transport eines Stativs. Auf der Rückseite befindet sich das Tragesystem mit dem von anderen LowePro Rucksäcken bekannten Pack Jack™. Der Lens Trekker ist komplett in schwarz gehalten und das Obermaterial wirkt sehr robust, sämtliche Nähte sind sehr gut verarbeitet.

Hauptfach

An den Inhalt gelangt man schnell und einfach durch einen großen Deckel der mit einem umlaufenden Reißverschluss geöffnet wird, dieser ist mit zwei Schlitten versehen. In diesem Fach werden die Objektive mit der Sonnenblende nach unten eingestellt, Brennweiten bis 600mm passen mit angesetztem Gehäuse problemlos hinein. Mein EF 500 4.0 passt sogar mit korrekt angesetzter Sonnenblende und Body problemlos hinein.Konstruktionen mit bis zu 60cm finden auf jeden Fall einen Platz. Im Bodenbereich ist der Rucksack mit dicken Polstereinsätzen verstärkt, so dass dem wertvollen Inhalt von hier keine Gefahr droht. Fixiert wird das Objektiv mit einer Polstermanchette, diese kann mit Klettverschlüssen flexibel angebracht werden. Hier ist es Schade, dass der Bereich zum ankletten etwas beschränkt ist. Wer keinen Body installiert, kann einen Raumteiler im oberen Bereich ankletten und dort ein großes Gehäuse oder auch ein weiteres Objektiv verstauen. Die Kamera/Objektiveinheiten lassen sich sehr gut und schnell aus der Öffnung des Rucksacks herausnehmen und man gewinnt in manchen Situationen wertvolle Zeit. Auf der Innenseite des Deckels findet man einen noch ein kleines Detail, hier hat LowePro dem Lens Trekker kleine Taschen für die Speicherkarten spendiert.

Zubehörfach

Auf der Vorderseite ist im unteren Bereich eine Zubehörtasche aufgesetzt, diese ist ausreichend groß um z.B. einen zusätzlichen Body aufzunehmen. Da die Tasche keine Polsterung besitzt, ist es ratsam ein Gehäuse zumindest in ein Einschlagtuch (z.B.  Novoflex oder  Calumet) einzupacken. Ansonsten eignet es sich aber auch für Ersatzakkus, Konverter, Weitwinkel usw., für einen Schlüssel befindet sich hier auch ein Hacken zum anklippsen.

Wetterschutz

Auch der Lens Trekker ist mit einem All Weather Schutz ausgestattet, er ist am Boden des Rucksacks hinter einem Klettverschluss versteckt. Er lässt sich leicht überziehen und bleibt durch sein Gummi stets in guter Position. Leider wurden keine wasserdichten Reißverschlüsse verwendet, ein kleiner Nachteil bei einem sonst sehr guten Produkt.

Tragesystem

Das schon seit einigen Jahren von Lowe Pro entwickelte Pack Jack™ System findet auch beim Lens Trekker seine Anwendung. Die Höhe der Schultergurte lassen sich mit Hilfe einer mitgelieferten Kunststoffplatte in der Höhe verstellen und in der richtigen Position mit großflächigem Klett wieder befestigen. Selbst der vorhandene Brustgurt lässt sich in der Höhe anpassen, so kann man den Telerucksack perfekt an jeden Körper anpassen. Wem es gefällt, der kann auch die Schulter und Beckengurte komplett abnehmen. Dann hat man die Möglichkeit mit dem mitgelieferten Tragegurt, sich den Lens Trekker auch über die Schulter zu hängen. Komfortabler dürfe aber in den meisten Situationen der Rückentransport sein, schließlich wurde er dafür entwickelt. Der Rückenbereich, die Schulter- und Hüftgurt sind vorbildlich gepolstert und lassen das Gewicht kaum spüren. Am Beckengurt sowie an den Seiten des Rucksacks, lassen sich noch beliebig Zubehörtaschen über das Slip Lock™ System ansetzen. Die Lens Cases™ oder auch die Pouch Cases™ gibt es in verschiedenen Größen und halten selbst bei schwerem Zubehör zuverlässig.

Stativhalterung

An der Seite lässt sich ein Stativ mit Befestigungsschlaufen fixieren, einer der Stativfüße wird dafür in einem Köcher gesteckt, der sich auch mittels Slip Lock™ an verschiedene Stellen fixieren lässt. Auch große Stative sitzen dort fest, nur zu schwer sollten sie nicht sein, da ansonsten schnell eine einseitige Belastung auftritt und der Tragekomfort darunter erheblich leidet. Es ist daher ratsam den Stativkopf für den Transport am Rucksack abzunehmen.

Unterschied zum Vorgänger

Wie bereits am Anfang geschrieben, handelt es sich bei dem hier vorgestellten Modell um die 2. Version. Nur noch auf dem Second Hand Markt erhält man häufig noch die 1. Version, hier möchte ich nur kurz auf die Unterschiede eingehen. Das Obermaterial der ersten Version war insgesamt anfälliger für Schmutz und war auch schwieriger zu reinigen. Das Kamerafach und auch das Zubehörfach sind erheblich kleiner gewesen, so passte z.B. eine 500mm Festbrennweite mit Body nur mit umgekehrt angesetzter Sonnenblende hinein. Die Innen im Deckel integrierten Speicherkartenfächer sind ebenfalls neu, aber nicht ganz so wichtig.

Fazit

Insgesamt kann man den Lowe Pro Lens Trekker 600 AW II als eine effektive und durchdachte Lösung bezeichnen, um ein langes lichtstarkes Teleobjektiv sicher geschützt vor Erschütterungen und Stößen zu transportieren. Das Produkt überzeugt durch einfache Handhabung und einem optimalen Tragekomfort. Optional lassen sich zusätzlich auch kleinere Optiken mittels Lens Cases™ mit ihm transportieren. Die einzigen Schwachpunkte die in der Praxis auftauchen, sind die nicht gepolsterte Zubehörtasche und die etwas eingeschränkte Verstellbarkeit der Polstermanchette im Innenraum. Tipp: Wenn man das Polster vom Boden entfernt, erweitert man den Stauraum um wichtige Zentimeter. Dann passt sogar zwischen der oben beschriebenen Kamera/Objektiveinheit noch ein 1,4 Telekonverter...